Hübsch Ramsauer Harlé | Architekten Stadtplaner | Bauherr und Architekt - Hübsch Ramsauer Harlé | Architekten Stadtplaner

Bauherr und Architekt

Kreatives Doppel

Intelligente Kommunikation
zwischen Bauherrn und Architekten

Ideen sprudeln lassen, Möglichkeiten aufzeigen, sie mit dem Bauherrn weiterentwickeln und gemeinsam Lösungen finden: Der Architekt agiert nicht mehr „nur“ als Dienstleister und ausführende Hand seines Auftraggebers. Er ist noch viel mehr: Der Architekt ist „Lotse und Pilot in einem“.

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Kann man die Funktion des Architekten beim »Häuser bauen« vergleichen mit der Beratung beim Kauf von Kleidung? Nehmen wir an, Sie tragen am liebsten Schwarz. Sie gehen los, um sich neu einzukleiden, finden das Gesuchte, probieren es an und betrachten zufrieden Ihr Spiegelbild. Dabei werden sie vom Verkäufer beobachtet; er spricht sie an und schlägt Ihnen vor, einmal vom Gewohnten abzuweichen und beispielsweise eine andere Farbe oder einen anderen Schnitt anzuprobieren, etwas Neues und Ungewohntes auszutesten. Sie lassen sich darauf ein und stellen erstaunt fest, dass das Neue, Ungewohnte, Unbekannte genauso gut oder sogar besser zu Ihnen passt. Die Aufgabe des Architekten in seiner beratenden Funktion kann oder sollte durchaus vergleichbar sein. Der Architekt hat die Fähigkeit, komplex zu denken; er kann neue Ideen entwickeln, mit den Vorstellungen des Bauherrn verweben und gemeinsam mit ihm die beste Lösung finden. Voraussetzung dafür sind ein intensiver Gedankenaustausch, eine gute, ehrliche Kommunikation und die richtige Einstellung des Architekten: Er muss sich als „Lotse und Pilot in einem“ sehen, darf sich nicht mit der Aufgabe eines ausführenden Dienstleisters zufrieden geben. Projekte werden sich dann positiv entwickeln – wie im Falle der Steuerkanzlei Fürsattel & Collegen in der Kösliner Straße in Nürnberg-Eibach.

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„Ich hätte sie hinausgeworfen!“
Als der Bauherr sich im Frühjahr 2001 das erste Mal mit einem Team des Architekturbüros Hübsch & Ramsauer traf, wich sein Wunsch gravierend vom letztlich Gebauten ab. Fest stand: Das bestehende Gebäude auf dem knapp 1000 Quadratmeter großen Grundstück genügte den gestiegenen Anforderungen und der Anzahl der Mitarbeiter nicht mehr. Es sollte umgebaut und ausgebaut beziehungsweise erweitert werden. An einen Neubau war zu diesem Zeitpunkt nicht zu denken. Die Bauherrin selbst sagte später: „Hätten mir die Architekten den Abbruch und den Neubau schon in einem der ersten Gespräche nahe gelegt – ich hätte sie hinausgeworfen.“

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Der Grund für die Ablehnung von Abriss und Neubau war ein tiefes Unbehagen – wegen der im Vergleich zum Umbau weit höheren Kosten und der danach ebenfalls höheren monatlichen Belastung, vor allem aber aufgrund der Frage: Wohin mit der Kanzlei während der Bauphase? So wurde zunächst ein Umbau fokussiert, wurden Studien dazu angefertigt, Vor- und Nachteile abgewogen und Kosten ermittelt. Während der Präsentation der erarbeiteten Planung im Stadtplanungsamt der Stadt Nürnberg wendete sich jedoch das Blatt: Man begann damit, die Idee eines Neubaus zu diskutieren und eine stimmige städtebauliche Lösung zu skizzieren. Der Hübsch & Ramsauer-Entwurf von der Immobilie eines Freiberuflers im Wohngebiet, die dauerhaft Sympathien erzeugt, spannend ist und stimulierend wirkt, begeisterte den Bauherrn. Er ließ sich davon überzeugen, dass es bei diesem Vorhaben sinnvoll ist, mehr zu tun als umzubauen und mehr Geld zu investieren als ursprünglich geplant. Die Architekten konnten ihm vermitteln, dass es wichtig ist, über den Tellerrand hinauszublicken und ein Bauwerk zu schaffen, das ihm langfristig dient und den Aspekten der Nachhaltigkeit gerecht wird. Der Neubau wurde schließlich gemeinsam realisiert.

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Von Mosaiksteinchen zum Gesamtbild
Entscheidend für diesen Erfolg war die enge partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Bauherrn und Architekten: Ein intensiver Gedankenaustausch, wöchentliche Jour fixe und eine ehrliche Kommunikation, die unterschiedliche Meinungen verträgt. Gemeinsam und engagiert fügten Bauherr und Architekt die „Mosaiksteinchen“ zusammen und freuten sich, dass sich das Projekt zu einer großen, stimmigen Lösung entwickelte: 5400 Kubikmeter Bauvolumen mit 500 Quadratmetern Büro- und 100 Quadratmetern Wohnfläche, 17 Stellplätzen, davon 14 in der Tiefgarage. Baubeginn mit Abriss war im Juni 2002, Einzug am 19. Mai 2003. Innerhalb eines Jahres wurden mehr als eine Million Euro investiert, und es entstand ein großzügiges Bauwerk mit optimaler Ausrichtung auf die vier Himmelsrichtungen. Lichtdurchflutete Räume und ein freier Blick ins Grüne sorgen für effektives und entspanntes Arbeiten. Ein multimedialer Veranstaltungs- und Konferenzraum im Obergeschoss mit herrlicher Dachterrasse bietet Platz für Besprechungen, Events und mehr. Akzente wurden gesetzt mit ausgewählten Materialien, gezielter Belichtung und spannenden Sichtbeziehungen. Neben den Büroräumen der Steuerkanzlei Fürsattel und Kollegen und einer Wohnung entstanden neue Räume, in die eine Rechtsanwaltskanzlei eingezogen ist. Durch die vermieteten Räumlichkeiten fließen investierte Mittel zurück, der Neubau wird ein Stück weit mitfinanziert. Ökonomisch effizienter kann man ein neues Bauwerk kaum nutzen. Zudem ist es ästhetisch und funktional, und es wertet die städtebauliche Situation entlang der Weißenburger Straße und innerhalb des Baugebietes am Wendehammer auf.

Fachkompetent und professionell
Bauherren können von ihren Architekten heutzutage mehr erwarten als nur die zielgerichtete, reine Bearbeitung ihrer Vorschläge. Durchsetzen sollten sich daher immer Ideen, die von der Motivation, dem Engagement und einer breit gefächerten Betrachtungsweise des Architekten zeugen. Architekten müssen die Komplexität eines jeden neuen Projektes ebenso wie die Bedürfnisse, Wünsche und Sehnsüchte ihrer Bauherren erkennen und berücksichtigen. Die Immobilie soll nicht nur >>schön« sein; sie muss stimmig sein und soll neugierig machen.

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Und sie muss die Ansprüche an Wirtschaftlichkeit, Rentabilität, Nutzen und Produktivität erfüllen. Für Architekten gilt daher: Sie müssen wieder Sinn stiften und ihren Kunden den Mehrwert ihrer Architektenleistung überzeugend vermitteln. In dem Maße, in dem sie ihren Beruf als Berufung verstehen und nicht als Arbeit, können sie davon ausgehen, dass Bauherren sie als absolute Problernlöser sehen, die gestellte Aufgabe – egal ob Neubau, Modernisierung oder Sanierung- optimal betreut wissen. Denn erzeugen Architekten das Bild des Baumeisters, der als fachkompetenter und professioneller Ansprechpartner zur Seite steht, werden sich Bauherren auf eine Zusammenarbeit im Sinne von Geben und Nehmen einlassen und mit Freude in eine Immobilie investieren.

Jürgen Hübsch und Erwin Ramsauer,
Immobilienmagazin 2006

Fotos: Mila Hacke

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